Presseinformationen

Pressemeldung 2019/04

Die Entstehung der „Neolithischen Revolution“ und ihre beispiellosen Folgen für unser heutiges Leben

Archäologie gilt manchem als leicht verschrobene Beschäftigung merkwürdiger Leute. Wie aktuell jedoch die Betrachtung der Vergangenheit sein kann, zeigt Dr. Florian Klimscha am 21.11.2019 in einem spannenden Vortrag: Klimawandel, Umweltzerstörung und Überbevölkerung steht nicht nur auf der Agenda moderner Aktivisten, sondern beschäftigte auch den Menschen der Jungsteinzeit.

Mit den Begriffen „Neolithisierung“ und „Neolithische Revolution“ werden der Wandel von der aneignenden zur produzierenden Wirtschaftsweise umschrieben. Aus Jägern und Sammlern werden Bauern. Dieser Prozess ist wohl der wichtigste Einschnitt in die Entwicklung menschlicher Gesellschaften, und prägt unser Leben bis heute. Grundlegende Errungenschaften der Jungsteinzeit (Neolithikum) wie Ackerbau, Viehzucht, Hausbau, gewebte Stoffe, Keramik, sogar die Metallurgie haben in dieser Zeit ihre Anfänge. Alle diese Erfindungen werden im sogenannten „Fruchtbaren Halbmond“, einem Teil des Vorderen Orients, gemacht. Von dort breiten sie sich bis nach Mittel- und Westeuropa aus. In den letzten Jahren haben neue, spektakuläre Entdeckungen, wie z.B. die Entdeckung eines frühen Heiligtums bei Göbekli Tepe (Türkei), unser Verständnis der Neolithischen Revolution grundlegend verändert. Der Vortrag gibt einen Überblick über die neuesten Forschungen und zeigt, wie komplex dieser Prozess verlaufen ist, bei dem sich Menschen erstmals mit den Folgen von Umweltzerstörung, Klimawandel und Überbevölkerung auseinandersetzen mussten.

 Der Referent des Abends, Dr. Florian Klimscha, hat in Bochum und Berlin Ur- und Frühgeschichte studiert. Er war anschließend als Archäologe am Deutschen Archäologischen Institut in Berlin (Orient-Abteilung) tätig und ist derzeit Kurator der archäologischen Sammlung des Landesmuseums Hannover. Seine Interessenschwerpunkte liegen im Neolithikum und den frühen Metallzeiten in Zentraleuropa, den Balkan und der Levante. Weiterhin ist er aktiv in der Forschung zu frühen technologischen Innovationsprozessen und deren sozialen Folgen.

Der Vortrag der Archäologischen Gesellschaft im Landkreis Rotenburg (Wümme) e.V. findet am Donnerstag den 21.11.2019 im großen Sitzungssaal des Landkreises (Hopfengarten 2, Rotenburg) statt. Der Eintritt ist frei.Abb.: Die rätselhaften Monumente von Göbekli Tepe stehen am Anfang der „Neolithischen Revolution“.